Am Dienstag, 12. Mai, wird das Clubfoyer blau angestrahlt sein. Und auch die Fassade des Stadttheaters, wo wir an diesem Abend die Bigband-Gala zur Erinnerung an Roger Cicero präsentieren, soll blau leuchten. Die beiden Mindener Kulturstätten werden damit Teil einer weltweiten Solidaritätsaktion namens Light Up The Night 4 ME, die auf die schwere Erkrankung ME/CFS aufmerksam macht.
Für den Jazz Club Minden e.V. ist die Teilnahme an der Aktion nicht nur Ausdruck gesellschaftlichen Engagements, sondern auch eine persönliche Angelegenheit. Denn mit Daniel Marciniak ist auch ein Mitglied des Clubs von ME/CFS betroffen. Marciniak, Leiter der Rats Bigband, ist seit einigen Jahren Teil der Mindener Musikszene, die ihn nicht nur als aktiven Musiker, sondern auch als Musiklehrer mit großem Engagement, Leidenschaft und musikalischer Energie kennt, als inspirierenden Bandleader, als Motivator und als Menschen, der andere für Musik begeistern kann.
Gerade erst hat er in der heimischen Lokalzeitung über die tragischen Folgen seiner schweren Erkrankung berichtet (siehe unten), die ihm aktuell jedwede Berufsausübung, aktives Musizieren oder auch nur die Teilnahme am kulturellen Leben unmöglich macht – mit völlig ungewisser Perspektive. ME/CFS – die Myalgische Enzephalomyelitis beziehungsweise das Chronische Fatigue-Syndrom – ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung, die oft mit extremer Erschöpfung, massiver Belastungsintoleranz und erheblichen Einschränkungen im Alltag einhergeht. Viele Betroffene können ihr bisheriges Leben kaum noch führen. Trotzdem ist die Krankheit in der Öffentlichkeit noch immer wenig bekannt.
Die internationale Aktion „Light Up The Night 4 ME“ möchte das ändern. Weltweit werden deshalb Gebäude, Wahrzeichen und öffentliche Orte blau illuminiert. Das blaue Licht steht dabei für Sichtbarkeit, Hoffnung und Solidarität mit den Erkrankten.
Auch in Minden soll dieses Licht ein Zeichen setzen. Ein Zeichen dafür, dass Menschen mit ME/CFS nicht vergessen werden. Ein Zeichen dafür, dass hinter der Krankheit persönliche Schicksale stehen. Und ein Zeichen dafür, dass Kultur und Menschlichkeit zusammengehören.

So berichtete das „Mindener Tageblatt“ in der Print-Version. Hier der Link zur Online-Version (kostenpflichtig)


