Der Jazz Club Minden stellt mit Beginn der neuen Konzertsaison 26/27 sein langjähriges Mitmach-Format „Jam Session“ in der bisherigen Form ein. Stattdessen will er ein neues regelmäßiges, niedrigschwelliges Veranstaltungsangebot entwickeln. Das teilte Vorsitzender Matthias Niemann jetzt nach einem entsprechenden Beschluss der Vereinsgremien mit.
Die neue Reihe soll unter dem Arbeitstitel „Friday Night At The Club“ wie bisher bei freiem Eintritt für das Publikum stattfinden. Sie soll das hochkarätige wöchentliche Konzertprogramm um ein möglichst monatlich stattfindendes Event ergänzen, das auch aktive Beteiligungsangebote für heimische Musiker bietet. Allerdings möchte der Club dafür ein deutlich breiter als bisher angelegtes kreatives Konzept. Auch der organisatorische, technische, personelle und finanzielle Aufwand steht auf dem Prüfstand.
Aktuell entwickelt eine Arbeitsgruppe um Klaus Merkel Vorschläge für einen neuen Rahmen und mögliche Inhalte. Der Ideengeber und Motor der Nachwuchsarbeit im Club („Young Jazz Ahead“, „Bandfabrik“) war früher selbst mal Leiter der Session.
Vorausgegangen waren intensive Diskussionen in den Vereinsgremien über das in die Jahre gekommene Konzept. Zwar wurden sowohl die Publikumsresonanz als auch die aktive Beteiligung heimischer und regionaler Musiker als durchaus akzeptabel bewertet. Große Anerkennung fand auch die Leistung der „Hausband“ rund um den renommierten Gitarristen Ansgar Specht, die jeweils den künstlerischen Einstieg und das musikalische Gerüst der anschließenden Sessions lieferte.
Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten in dieser Form sowie fast einem weiteren Jahrzehnt mit anderen Strukturen zuvor wurde von dem Programm auf allen Seiten jedoch insgesamt keine weitere Entwicklungsperspektive mehr erwartet. Niemann: „Die Entscheidung zur Einstellung erfolgte durchaus schweren Herzens – aber einhellig. Und auch einvernehmlich mit den betroffenen Bandmitgliedern. Ihnen gilt unser ausdrücklicher Dank für ihr langjähriges Engagement.“ Ansgar Specht bedankte sich im Gegenzug – auch im Namen seiner Band – ebenfalls für die lange Zusammenarbeit, die ihm und seinen Mitmusikern viel gegeben habe. Der Club will mit dieser Formation jedenfalls weiter in Verbindung bleiben.
Für das neue Konzept stehen erste Eckpunkte und Ideen, weitere werden jetzt in der Arbeitsgruppe entwickelt und konkretisiert. Vorstand und Vereinsausschuss wollen sich in der Angelegenheit zeitlich nicht unter Druck setzen. Zum Auftakt der Saison bleibt deswegen der jeweils dritte Freitag eines Monats im Veranstaltungskalender zunächst frei, der bisher in der Regel für die Jam Session genutzt worden war. Allzuviel Zeit soll allerdings auch nicht ins Land gehen: ein Neustart der Freitagsangebote soll nach Möglichkeit noch in der aktuellen Saison erfolgen.


