Am 26. Mai wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden. Wie kaum ein anderer hat der Trompeter, Komponist und Bandleader den Jazz im 20. Jahrhundert geprägt und maßgeblich die Entwicklung gleich mehrerer Stile beeinflusst. Seine Bands waren Legende, viele seiner zahllosen Veröffentlichungen wurden ikonisch. Zahlreiche Jazzgrößen verdankten ihm ihren Durchbruch, Kritiker feierten und Fans verehrten ihn. Weltweit wird seines 100. Geburtstags mit einer unüberschaubaren Fülle von Veranstaltungen gedacht.
Der Jazz Club Minden e.V. hat im Lauf seiner nunmehr fast 75jährigen Geschichte Dutzende Weggefährten von Miles Davis auf der Bühne gehabt, angefangen bei Dizzy Gillespie bis hin zu Joe Zawinul, Bill Evans oder Mike Stern. Zu einem Konzert des Meisters selbst ist es – trotz durchaus unternommener Anstrengungen – allerdings leider nie gekommen. Auch deshalb, weil das in der Spätphase des Weltstars dann doch die Möglichkeiten des Clubs überstieg, finanziell wie organisatorisch.
Selbstverständlich lässt das Jubiläum den Club nicht kalt. Und da sich mit der erneuten Verpflichtung von Gitarrist Mike Stern und dessen aktueller Band für Sonntag, 18. Oktober eines der damals auffälligsten jungen Mitglieder von Miles Davis letzter Band zum wiederholten Mal im Club präsentieren wird (übrigens selbst mit einer phantastisch besetzten Band: Leni Stern, Chris Minh Doky, Dennis Chambers, Bob Fransecini), ergab sich in Kooperation mit zwei Nachbarn aus dem Bildungszentrum Weingarten die Möglichkeit zu einem kleinen Jubiläumspaket. Infos zum und Tickets für das Konzert mit der Mike Stern Band gibt es auf der Website des Clubs.
So wird das im selben Gebäude direkt über den Clubräumen liegende Kleine Kino am Weingarten am Donnerstag, 15.Oktober um 20 Uhr in einem Filmabend die Dokumentation „Birth Of The Cool“ zeigen. Der Film von US-Regisseur Stanley Nelson hatte seine Premiere 2019 auf dem Sundance Film Festival und zeigt neben Foto- und Filmaufnahmen aus dem bewegten Leben des Musikers Interviews Nelsons mit zahlreichen Wegbegleitern des Musikers. Den Text der Voiceover-Erzählung spricht Carl Lumbly als Miles Davis. Der Film gewann mehrere Emmys und wurde für weitere Auszeichnungen nominiert.
Vor Beginn (ab 18:30 Uhr) und nach Ende der Vorstellung wird der Club seine Räume für Gespräche, Erinnerungen und allfällige Fachsimpeleien bei kühlen Getränken und passender Musik von der Konserve öffnen, der Eintritt dazu ist frei. Mehr Infos und Tickets für die Filmvorführung gibt es auf der Website des Kleinen Kinos.
Am Montag, 19. Oktober lädt dann die Stadtbibliothek um 20 Uhr in den Jazz Club zu einer Lesung mit Musikbeispielen (von der Konserve ;-). Gast ist Stefan Hentz, Autor der jüngst im Reclam-Verlag erschienenen und von der Kritik durchweg gelobten Biografie „Miles Davis. Sound eines Lebens.“ Darin zeichnet Hentz Leben und Werk des „Prince of Darkness“ so fundiert wie kenntnisreich nach und dringt tief in das widersprüchliche Genie vor. Tickets gibt es an der Abendkasse, die Stadtbibliothek bittet um Anmeldung per Mail an stadtbibliothek@minden.de oder telefonisch unter (0571)83791-0.






