Und noch eine kurzfristig gelungene Verpflichtung, auf die wir, zugegeben, nicht nur ein bisschen stolz sind: Am Donnerstag, 7. Mai, wird Drumming-Legende Billy Cobham im Club auftreten. Er spielt mit seinem Quintett, dem Kern des „Time Machine“-Projekts. Der Vorverkauf läuft ab sofort.
Eigentlich muss man zu Billy Cobham wohl nichts erklären. Horace Silver, Miles Davis, John McLaughlin und das Mahavishnu Orchestra, George Benson, Larry Coryell… Man muss sich nur ansehen, wer schon in der Frühzeit in den späten 60ern und frühen 70ern mit dem blutjungen Drummer (der mit acht Jahren das erste Mal öffentlich auftrat) arbeiten wollte, um sich einen Begriff von Talent und Technik dieses Ausnahme-Schlagzeugers machen zu können.
Zur Legende wurde er als einer der Väter von Fusion und Jazz-Rock. Ja, er mischte – beziehungsweise: trommelte – tatsächlich auch bei „Bitches Brew“ mit. Spätestens seit seinem ersten eigenen Album Spectrum (1973) galt er als Wegbereiter und etablierte einen eigenen Stil zwischen Jazz, Rock und Funk, mit dem er weltweit für Furore sorgte. Aus demselben Jahr stammt übrigens auch „Also sprach Zarathrustra“, das er mit Deodatu und Stanley Clarke zum Welthit machte.
Genre-Grenzen interessierten Billy Cobham Zeit seines Lebens nicht, er spielte mit Jan Hammer, Grateful Dead oder Peter Gabriel ebenso wie mit den Brecker Brothers oder John Scofield. Später tat er sich immer wieder mit jungen Musikerinnen und Musikern zusammen und tut das für Workshops und musikalische Treffen bis heute, so arbeitet er im April mit dem Jugendjazzorchester NRW in Gronau.
Er spielte für Film- oder Fernsehproduktionen, engagierte sich in sozialen Projekten – und tourt bis heute regelmäßig mit seinen Bands. Aktuell ist das das siebenköpfigen Projekt „Time Machine“ oder das wahlweise daraus besetzte Billy Cobham Quintett, mit dem er auch im Club gastiert – im Gepäck übrigens das brandneue (Januar 2026) Album „Times of my Life“.
Mit dieser hochkarätig besetzten Band bringt der seit vielen Jahren in der Schweiz lebende Drummer, Komponist und Bandleader seine Stücke auf den neuesten Stand und zeigt, dass seine Musik bis heute nichts von ihrer Faszination einbüßt. Mit 81 Jahren strotzt Billy Cobham immer noch vor Kreativität, seine Konzerte sind legendär.
Und sein Quintett hat es in sich: Der britische Keyboarder Gary Husband spielte zuletzt mit Bill Evans 2024 bei uns im Club, er begleitete unter anderem die Karrieren von Barbara Thopmson, Allan Holdsworth, John McLaughlin, Level 42 oder Jack Bruce. Der italienische Jazzgitarrist Rocco Zifarelli begleitete Ennio Morricone mehr als 20 Jahre und spielte unter anderem mit Stefano Di Battista, Danny Gottlieb, Hadrien Feraud, Dario Deidda, dem “Mahavishnu Project“, Defunkt und dem großen Quincy Jones. Saxophonist Björn Arkö ist vor allem in Skandinavien und Japan hoch angesehen. Auf seiner Referenzliste stehen Aufnahmen und Tourneen mit Dirty Loops, Ulf Wakenius, Seiko Matsuda, EXILE Atsushi, Kiyokiba Shunsuke, Greg Leisz, Per Lindvall, Tim Miller, oder Joel Lyssarides. Victor Cisternas schließlich ist Professor für Bass an der Hochschule in Santiago de Chile, er begleitet Billy Cobham und Tamara y Judith Mateo seit vielen Jahren.
Ein absolutes Highlight bei uns im Club, eine Woche vor Billy´s 82. Geburtstag! Womit sich, das nur am Rande, auf’s schönste das Spektrum unserer Programmarbeit auffächert: drei Tage später treten zwei Newcomer-Bands unserer Jungprofi-Reihe Young Jazz Ahead auf die Club-Bühne.


